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Besuchen Sie auch die Internetseiten der Gesellschaft zur Förderung von Kunstprojekten zur Aufarbeitung der Geschichte der Sklaverei.

Sinn und Zweck des Vereins ist es, die Erinnerung daran wachhalten, den Nachkommen der Betroffenen ihre Identität zu vermitteln und das Verständnis für andere Kulturen fördern.
Das Ziel soll erreicht werden durch Ausstellungen von Kunstprojekten, Vorträgen, Videos und Präsentationen zu diesem Thema...

weiter mit history-slavery.org


Vergangenheit: Sklaverei - Gegenwart: Kultur

Gerald Pinedo
Gerald Steven Pinedo

Mit einer großformatigen Leinwand fängt Gerald Pinedo den Blick des Betrachters ein: Sachlich-transparent zeigt sie den gefüllten Bauch eines Sklavenschiffes.

Die Ware Mensch ist dicht gestapelt, der Raum wird optimal genutzt.

Das hölzerne Modell eines Sklavenschiffes, das der Künstler im Zusammenhang mit dieser Installation angefertigt hat, macht die Problematik, wenn auch en miniature, greifbar:
Menschen, Sklaven, Schwarze, hineingezwängt in ein Schicksal, das dem ökonomischen Kalkül entsprang; gefesselt in Ketten, transportiert auf unwürdigste, menschenfeidlichste Art.

Gerald Pinedo setzt die Gestalten zu Texten in Beziehung.

Folterwerkzeuge, Hand- und Fußketten, Halseisen stehen ordentlich aufgereiht neben dem durch eine metallene Maske verborgenen Gesicht eines menschlichen Wesens.


Rot - Die Farbe des Blutes, Sinnbild der Liebe und des Lebens, aber auch Signalfarbe: Hinweis auf Gefahr, Farbe des Umbruchs, der Revolution.

Weiß steht als Farbe der Unschuld und Reinheit, hat aber in manchen Kulturkreisen auch die Bedeutung von großer Emotionalität, kann Symbol der Freude und der Trauer sein.

Schwarz ist das Sinnbild für Trauer, Unglück, das Böse, das Verborgene.


Un crimen sin castigo, 1997/99, Siebdruck auf Leinwand, Unikat, 145x100cm
Un crimen sin castigo
Negroes for Sale, 1997/99, Siebdruck auf Leinwand, 145x100cm
Negroes for Sale
Runaway from my plantation, 1997/99, Siebdruck auf Leinwand, 145x100cm
Runaway from my plantation

Schwarz repräsentiert aber auch den Kontinent Afrika

Die Darstellungen menschlicher Figuren kontrastieren zu den roten Farbflächen. Die weiße Rahmung gibt den roten Flächen Tiefe, zum Teil Raum. Die schwarze Farbe der Umrahmung korrespondiert mit den dargestellten Figuren.
Der Horror der Sklaverei wird mit Hilfe einer akribischen Sammlung von Marterwerkzeugen dokumentiert - immer wieder ist da die stählerne Maske, die ein menschliches Gesicht umschließt und unkenntlich macht, Individualität verhindert. Andere Bilder zeigen unmaskierte Gesichter mit traditionellem afrikanischem Kopfschmuck. Es sind stolze und schöne, aber vor allem ernste Gesichter, die in eine unbestimmte Zukunft blicken.
Zwischen die großformatigen Bilder sind Schaukästen gefügt, gefüllt mit Originaldokumenten: Zeitungsannoncen, die die Menschen zum Kauf oder zur mietweisen Nutzung anbieten, oder Besitzurkunden, die den Handel mit der Ware Mensch dokumentieren.
Gerald Steven Pinedo deutet aber auch an, wie die unterdrückten Menschen unter Zwang ihre Identität zu bewahren suchten: mit Riten, religiösen Praktiken, Tänzen, Liedern und Kulten, die sie als Erbe aus Afrika mitbrachten. Einige seiner Arbeiten zeigen so zum Beispiel Tanzmasken für rituelle Handlungen. Die magischen Zeichen zur Beschwörung der Götter, machtvolle religiöse Symbole hat er auf riesige Formate übertragen, er durchbricht das farbliche Gestaltungsprinzip der anderen Arbeiten.